Wasserstand
Lago Maggiore
Hintergrund & Statistik: Wasserstand Lago Maggiore
Der Wasserstand des Lago Maggiore ist das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels aus alpiner Naturhydrologie und technischer Regulierung. Er beeinflusst nicht nur die Ufergemeinden von Locarno bis Sesto Calende, sondern dient weitreichenden Interessen der Landwirtschaft und Energiegewinnung.
Hydrologische Eckdaten (Station Locarno)
Offizielle Kennzahlen basierend auf dem gewaltigen Einzugsgebiet von 6.601 km²:
Regulierung im Süden: Miorina & Panperduto
Der Wasserabfluss aus dem Lago Maggiore erfolgt über ein ausgeklügeltes System von Sperrwerken am Fluss Ticino. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Regulierwerk Miorina, das sich im Süden des Sees südlich von Sesto Calende befindet. Bereits seit Jahrzehnten steuert es maßgeblich den Abfluss des Sees – allerdings nicht als einziges Bauwerk.
Das Regulierwehr Miorina wurde 1941 in Betrieb genommen und befindet sich im Fluss Ticino. Es wurde errichtet, um den Wasserstand des Lago Maggiore zu steuern, die Wasserkraft optimal zu nutzen und gleichzeitig einen wirksamen Hochwasserschutz für die Region zu gewährleisten. Der Damm ist ein beeindruckendes Beispiel für technisches Know-how und ist für Besucher ein spannender Aussichtspunkt. Von hier aus lässt sich nicht nur der Flusslauf, sondern auch die umliegende Landschaft des südlichen Lago Maggiore genießen.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil dieses Systems ist die Diga Panperduto, ein historisches Stauwerk von 1878, das mitten im Parco Ticino in der Nähe von Somma Lombardo liegt. Hier wird gemeinsam mit weiteren Anlagen der Wasserstand des Lago Maggiore kontrolliert – nicht immer im völligen Einvernehmen mit der Schweiz, denn der Ticino fließt weiter Richtung Süden und berührt internationale Interessen. Panperduto bildet das unterste Sperrwerk und dient zudem der Wasserversorgung mehrerer Kanäle, unter anderem für die Metropole Mailand.
Wasserkraft im Norden: Der Verzasca-Staudamm
Der Verzasca-Staudamm, auch als Contra-Talsperre bekannt, liegt im Schweizer Kanton Tessin. Mit einer Höhe von 220 Metern und seiner eleganten Bogenkonstruktion zählt er zu den beeindruckendsten Staudämmen der Schweiz. Er staut den Verzasca-Fluss und dient der Wasserkraftgewinnung für die Region. Weltweit bekannt wurde der Damm durch den James-Bond-Film "GoldenEye", in dem eine der spektakulärsten Stunt-Szenen – ein Bungee-Sprung aus großer Höhe – dort gefilmt wurde. Die atemberaubende Umgebung und das kristallklare Bergwasser machen den Verzasca-Staudamm zu einem beliebten Ausflugsziel.
Gefahrenstufen & Hochwasserrisiko
Die Gefahrenstufe am Lago Maggiore in Bezug auf den Wasserstand gibt Aufschluss über das Risiko von Überschwemmungen oder Hochwasserereignissen in der Umgebung des Sees. Der Wasserstand wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst, darunter Niederschläge, Schneeschmelze, Staudammentlastungen und die Regulierung durch lokale Behörden.
Die Einstufung der Gefahrenstufe erfolgt in der Regel anhand des aktuellen Pegels sowie der Prognosen für Niederschläge und Wasserabflüsse. Erreicht oder überschreitet der Wasserstand einen kritischen Wert, können Warnungen oder Gefahrenstufen ausgerufen werden. Dies dient dazu, Anwohner, Besucher und örtliche Gemeinden frühzeitig über potenzielle Risiken zu informieren und Schutzmaßnahmen zu ermöglichen.
