Wasserstand
Lago Maggiore

Hintergrund & Statistik: Wasserstand Lago Maggiore

Der Wasserstand des Lago Maggiore ist das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels aus alpiner Naturhydrologie und technischer Regulierung. Er beeinflusst nicht nur die Ufergemeinden von Locarno bis Sesto Calende, sondern dient weitreichenden Interessen der Landwirtschaft und Energiegewinnung.

Hydrologische Eckdaten (Station Locarno)

Offizielle Kennzahlen basierend auf dem gewaltigen Einzugsgebiet von 6.601 km²:

193,51 m
197,57 m (Okt. 2000)
192,09 m (Feb. 1990)
192,83 m (Rekord 1949)

Regulierung im Süden: Miorina & Panperduto

Der Wasserabfluss aus dem Lago Maggiore erfolgt über ein ausgeklügeltes System von Sperrwerken am Fluss Ticino. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Regulierwerk Miorina, das sich im Süden des Sees südlich von Sesto Calende befindet. Bereits seit Jahrzehnten steuert es maßgeblich den Abfluss des Sees – allerdings nicht als einziges Bauwerk.

Regulierwerk Miorina: Technisches Herzstück seit 1941
Das Regulierwehr Miorina wurde 1941 in Betrieb genommen und befindet sich im Fluss Ticino. Es wurde errichtet, um den Wasserstand des Lago Maggiore zu steuern, die Wasserkraft optimal zu nutzen und gleichzeitig einen wirksamen Hochwasserschutz für die Region zu gewährleisten. Der Damm ist ein beeindruckendes Beispiel für technisches Know-how und ist für Besucher ein spannender Aussichtspunkt. Von hier aus lässt sich nicht nur der Flusslauf, sondern auch die umliegende Landschaft des südlichen Lago Maggiore genießen.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil dieses Systems ist die Diga Panperduto, ein historisches Stauwerk von 1878, das mitten im Parco Ticino in der Nähe von Somma Lombardo liegt. Hier wird gemeinsam mit weiteren Anlagen der Wasserstand des Lago Maggiore kontrolliert – nicht immer im völligen Einvernehmen mit der Schweiz, denn der Ticino fließt weiter Richtung Süden und berührt internationale Interessen. Panperduto bildet das unterste Sperrwerk und dient zudem der Wasserversorgung mehrerer Kanäle, unter anderem für die Metropole Mailand.

Wasserkraft im Norden: Der Verzasca-Staudamm

Der Verzasca-Staudamm, auch als Contra-Talsperre bekannt, liegt im Schweizer Kanton Tessin. Mit einer Höhe von 220 Metern und seiner eleganten Bogenkonstruktion zählt er zu den beeindruckendsten Staudämmen der Schweiz. Er staut den Verzasca-Fluss und dient der Wasserkraftgewinnung für die Region. Weltweit bekannt wurde der Damm durch den James-Bond-Film "GoldenEye", in dem eine der spektakulärsten Stunt-Szenen – ein Bungee-Sprung aus großer Höhe – dort gefilmt wurde. Die atemberaubende Umgebung und das kristallklare Bergwasser machen den Verzasca-Staudamm zu einem beliebten Ausflugsziel.

Gefahrenstufen & Hochwasserrisiko

Die Gefahrenstufe am Lago Maggiore in Bezug auf den Wasserstand gibt Aufschluss über das Risiko von Überschwemmungen oder Hochwasserereignissen in der Umgebung des Sees. Der Wasserstand wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst, darunter Niederschläge, Schneeschmelze, Staudammentlastungen und die Regulierung durch lokale Behörden.

Die Einstufung der Gefahrenstufe erfolgt in der Regel anhand des aktuellen Pegels sowie der Prognosen für Niederschläge und Wasserabflüsse. Erreicht oder überschreitet der Wasserstand einen kritischen Wert, können Warnungen oder Gefahrenstufen ausgerufen werden. Dies dient dazu, Anwohner, Besucher und örtliche Gemeinden frühzeitig über potenzielle Risiken zu informieren und Schutzmaßnahmen zu ermöglichen.

Gefahrenstufen Lago Maggiore
Wichtiger Hinweis: Es ist wichtig, den Anweisungen der lokalen Behörden zu folgen und Warnmeldungen zum Wasserstand ernst zu nehmen. Bei erhöhter Gefahrenstufe sollten entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden – dazu gehören das Meiden überfluteter Gebiete, das Sichern von Wohngebäuden mit Schutzvorrichtungen sowie das regelmäßige Überprüfen offizieller Warnungen oder Evakuierungsempfehlungen.

Häufige Fragen & Fakten

Was bedeutet "m ü. M."? Die Abkürzung steht für "Meter über Meer". Da der Lago Maggiore sowohl in der Schweiz als auch in Italien liegt, dient dieser einheitliche Referenzwert zur genauen Bestimmung der Wasserhöhe.
Wie viel Wasser ist 1 cm Pegel? Die Seeoberfläche beträgt ca. 212 km². Steigt der Pegel um nur einen Zentimeter, entspricht das einer zusätzlichen Wassermenge von etwa 2,1 Millionen Kubikmetern.
Was ist eine Vb-Wetterlage? Dies ist eine spezielle Wetterkonstellation, bei der feuchte Mittelmeerluft nach Norden zieht und an den Alpen aufsteigt. Sie führt oft zu den massiven Niederschlägen, die den Seepegel schnell steigen lassen.
Warum ist der See reguliert? Ohne die Wehre Miorina und Panperduto gäbe es im Sommer oft zu wenig Wasser für die italienische Landwirtschaft und im Herbst ein höheres Risiko für unkontrollierte Fluten im Tessin.